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Nutzfahrzeuge - Lkw 1                neue Fotos unter  2e und 3 b)!

 

 

  Véhicules utilitaires – Camions 1 (pour les brasseries, entreprises de transport, usines de charbon etc. )   

 


 

Inhalt:  1) Einführung   2) Brauereien   3) Speditionen   4) Kohlenhandlungen   5) Möbelwagen   6) Gesundheitswesen   7) Opel-Blitz

            8) Lkw für Bauunternehmungen  9) Kipper   10) Sammler-Fahrzeuge  -  Coca-Cola-Fahrzeuge siehe Seite Coca-Cola.

 

> Zur Seite Nutzfahrzeuge - Lkw 2.  -  Mehr Links zu weiteren Saar-Nostalgie-Fahrzeugseiten sowie eine Buchbesprechung zum Thema

   Nutzfahrzeuge (Lastwagen-Jahrbücher) finden Sie ganz unten auf dieser Seite.

 


 

1) Einführung 

     Lisez ici cette introduction en langue française 

 

Zahlreiche LKW, Kipper, Transporter, Omnibusse usw. aus der Vorkriegszeit waren nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr fahrbereit und konnten auch nicht wieder hergestellt werden. Deshalb mussten die meisten Speditionen, Fuhr-, Bus- und Bauunternehmen neue Fahrzeuge beschaffen, um ihre Flotte zu ergänzen und um arbeitsfähig zu bleiben. Dazu kauften sie von deutschen oder französischen Fahrzeugherstellern nur die Fahrgestelle und ließen diese dann von einheimischen Karosseriebaufirmen mit einem Aufbau nach ihren Wünschen ausrüsten. Die Regierung des Saarlandes gewährte hierfür Zuschüsse, aber unter der Bedingung, dass es Fahrgestelle aus französischer Produktion waren, also von Herstellern wie Berliet, Citroën, Panhard, Renault. Auf deutsche Fahrgestelle wurden dagegen - wie bei sonstigen Fahrzeugen - hohe Einfuhrzölle erhoben.

 

(Die Bildbeschreibung dieses Silokippers steht hier acht Zeilen tiefer!)

 

Infolgedessen bestanden die meisten Nutzfahrzeuge, die damals bei uns verkehrten, aus französischen Fahrgestellen (mit Fahrerhaus), die man im Saarland mit saarländischen Aufbauten ausgestattet hatte. Häufig wurden dafür aber auch aus Deutschland stammende Fahrgestelle verwendet, besonders gerne solche von den MAN-Werken.

 

Die Firma Karosseriewerke Peter Schreiner GmbH in Saarbrücken, Am Römerkastell 1, Ecke Mainzer Straße, hatte ab etwa 1954 die Alleinvertretung für MAN-Fahrzeuge im Saarland und in Frankreich inne. Sie baute zum Beispiel im April 1954 den im Bild oben gezeigten Silokipper auf einem MAN-Fahrgestell Typ F 8 mit 180 PS und V8-Motor auf, Gesamtgewicht 19 Tonnen. Das Stahl-Fahrerhaus mit Schlafkabine (sogenanntem "Schwalbennest") war serienmäßig ab Werk von MAN, und der Zementsilo-Aufbau kam von der Firma Kässbohrer. Das Fahrzeug war für die Firma Otto Weigand & Sohn in St. Ingbert bestimmt. 

(Werksfoto Karosseriebau Schreiner)

 

Viele Fotos, die Sie auf unseren Nutzfahrzeug-Seiten sehen können, wurden damals von Mitarbeitern der Firma Peter Schreiner zu Zwecken der Dokumentation aufgenommen. Nach ihrer Schließung hat unser Mitwirkender Ferdinand Kleineick einen Teil dieses Fotobestandes gerettet und uns für Saar-Nostalgie zur Verfügung gestellt.

 

Andere bekannte saarländische Karosseriebaufirmen waren z.B. die Saarbrücker Karosserie-Fabrik SKF, damals am Eschberger Weg, die Firmen Josef Jakob in Neunkirchen und Nicolaus Schneider in Schwemlingen, sowie die Fa. Leo Gergen, Spiesermühle, die hauptsächlich Kipper baute.

 

Nach der wirtschaftlichen Angliederung der Saar an die Bundesrepublik (am "Tag X", 5. Juli 1959) brachten die Übergangsbestimmungen, die im Saarvertrag festgeschrieben waren, die saarländischen Spediteure an die Grenzen des wirtschaftlichen Ruins. Die Gründe lagen einerseits darin, dass ihre bisherigen Fahrtziele in Frankreich weggefallen waren, und andererseits in der Tatsache, dass die in Frankreich übliche Hinterachs-Höchstlast von 13 Tonnen, die bis dahin auch für Nutzfahrzeuge im Saarland gegolten hatte, gemäß den nun hier gültigen Vorschriften der BRD nach einer Übergangsfrist von wenigen Jahren nicht mehr zugelassen war. Eine Neuanschaffung von deutschen Fahrzeugen war für saarländische Unternehmer bis zum Tag X so gut wie unerschwinglich, weil in den deutsch-französischen Verträgen zur Angliederung der Saar an die BRD ein Einfuhrzoll von 65, teilweise sogar 75 % festgelegt worden war. Kostete z.B. ein Langhauber mit 6 bis 8 Tonnen Nutzlast aus deutscher Produktion im übrigen Deutschland ca. 40.000 DM, so musste man im Saarland etwa 66.000 DM dafür bezahlen. Diese Tatsache machte den Saar-Firmen das Überleben schwer.

 


 

 

 

2) Brauerei-Fahrzeuge

 

 

a) Karlsberg-Brauerei Homburg

 

 

Dieser Berliet GDR7W mit Aufbau der Firma Schreiner war ein Getränkefahrzeug der Karlsberg-Brauerei. Er hatte noch ein SA-Kennzeichen (mit 01 für Homburg). Die Aufnahme muss also in der Zeit von 1946 bis 1948 zustande gekommen sein.

 

Dies ist das rückwärtige Nummernschild des Fahrzeugs:

 

   

 

   

 

Die Aufbauten für diesen Getränkewagen der Brauerei Karlsberg wurden von den Karosserie- werken Schreiner auf einem Renault R 208-Fahrgestell aufgebaut (siehe Fotos oben mit Rück- und Seitenansicht). Zum VW-Kennzeichen siehe unsere Seite Kfz-Kennzeichen unter 6) VWS.

 

 

 

 

 

b) Schlossbrauerei in Neunkirchen

 

 

Das Foto rechts zeigt einen MAN-Diesel der Schlossbrauerei in Neunkirchen auf einem Fahrgestell 635.

 

  

 

 

 

c) Becker-Brauerei

 

          St. Ingbert

 

 

Dies ist ebenfalls ein MAN-Diesel, der von der Firma Schreiner für die Becker-Brauerei karossiert wurde.

 

Mehr über die Becker-Brauerei auf unserer Seite Saarländische Produkte, ganz unten.

 

Dieses Fahrzeug war auf einem Berliet GDR-Fahrgestell aufgebaut

 

Der Aufbau stammte, wie damals üblich, von einem lokalen Hersteller.

 

Die Werbung auf der Seite preist "Becker Bier in Flaschen" an, das "in der Brauerei keimfrei gefüllt" wurde.

 

Die Kennzeichen der beiden Fahrzeuge enden natürlich auf OE7 (für St. Ingbert).

 

 

 d) Brauerei Bruch, Saarbrücken  

 

 

 Ein Teil der BRUCH-Fahrzeugflotte Ende der 50er: MAN 515, Berliet GLC, Borgward B 2500, Ford FK 3500, Hotchkiss PL 20 (oder 25)

 

Das Bruch-Unternehmen entwickelte sich aus kleinsten Anfängen heraus. 1702 gründete Johann Daniel Bruch am St. Johanner Markt im Herzen von Saarbrücken die Bruch Brauerei.

 

Dort wurde 1718 der Stiefel erbaut; er ist seitdem das Stammhaus der Familie Bruch. Hier wurde noch bis gegen Ende des 19. Jahr- hunderts Bier gebraut. Auch heute ist das Haus mit dem Gasthaus Zum Stiefel noch im Besitz der Familie Bruch und wird weiterhin als Gastronomiebetrieb genutzt.

 

1899 entstand der Neubau der Bruch-Brauerei in der Scheidter Straße. Aufgrund damals neuester Technik konnte man nun eine höhere Qualität des Bieres und einen immer vorhandenen Bierbestand garantieren: Die Bruch-

Brauerei ging mit der Zeit.

 

Das Foto zeigt die beiden amerikanischen White 704 der Bruch-Brauerei in den 50er-Jahren.

 

Anmerkung zum Bild oben rechts: Die französische Regierung hatte 1939 etwa 1.500 White 704 für ihre Armee gekauft. Nach dem Waffen-stillstand von Compiègne 1940 nahm die deutsche Wehrmacht diese neuen LKW in Betrieb und verwendete sie bis nach Russland. Das Farb-foto unten zeigt, wie die Fahrzeuge ursprünglich ausgesehen haben. Alf van Beem under Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication)

(Mitteilung von Hein Klop aus Ezinge, NL; der nachfolgende Text ist von Karl Presser.)

Nach dem Krieg wurden zwei dieser White-Lkw zum Einsatz bei der BRUCH-Brauerei aus der Not heraus zeitgenössisch modifiziert, da wohl die notwendigen Ersatzteile fehlten. Das vordere Fahrzeug auf dem Bild oben trägt das Original-Seitenteil der Motorhaube, das hintere einen einfacheren Nachbau. Dieses hat dagegen, im Gegensatz zu dem vorderen, noch den ursprünglichen Halter fürden Außenspiegel. Die Stoßfänger sind unterschiedlich gekrümmt und offenbar repariert oder nachgebaut. Die nur auf der Fahrerseite angebrach-ten Scheibenwischer sind charakteristisch für die abgemagerte Militärausführung. Das ehemals vorhandene Schutzgitter vor dem Kühler wurde entfernt, aber die typischen Abschlepphaken der Militärversion sind deutlich zu erkennen. Die Franzosen fuhren als Alliierte diese Fahrzeuge und brachten nach dem Krieg ausgemusterte Exemplare auf den zivilen Markt.

 

 

Foto: Ein nagelneuer Berliet GLC der Bruch- Brauerei, kurz nach seiner Auslieferung (er hat noch ein VWS-Überführungs-Kennzeichen).

 

Einige Infos zu den Texten über die Brauerei sind der Website der Brauerei Bruch entnommen: http://www.brauerei-bruch.de

 

 

 

Das Bild rechts zeigt einen Hotchkiss PL 20 (oder PL 25?) der Brauerei Bruch.

(Der PL20 wurde nur bis 1952 gebaut.)

 

 

 

 

Die Bruch-Bilder wurden uns freundlicherweise von der Brauerei

Bruch zur Verfügung gestellt.

 

 

Ein Anhänger, gebaut für Bruch von den Karosseriewerken Schreiner.

 

 

     

Ein FORD TAUNUS TRANSIT der Brauerei Bruch.

 

 

Das Bild stammt vom Beginn der 60er Jahre.

 

 

Dieses Modell gehörte zu der ersten Generation der FORD-Kleintransporter. Sie wurden von 1953 bis 1965 gebaut, aber erst ab 1961 erhielten die Wagen den Namen Transit. 2012 gab es den Transit bereits in der 7. Generation.

 

 

Dieser erste Transit war wie sein größter Konkurrent, der VW-Bus, ein Frontlenker; aber im Gegensatz zum VW-Bus war der Motor vorne eingebaut. Es war ein 4-Zylinder-Otto-Motor, den Ford selbst herstellte.

(Infos zum Transit aus wikipedia)

 

 

e)  Neufang-Jaenisch-Brauerei, Saarbrücken  

 

 

 

Das beliebte saarländische Neufang-Bier wurde in der Neufang-Jaenisch-Brauerei AG gebraut. Sie hatte ihren Sitz in der Dudweilerlandstraße 3-11. Auch ihre Versandabteilung war dort untergebracht.

 

 

Dieser Renault-Lieferwagen gehörte der Bier- und Mineralwassergroßhandlung Adolf Stein, Katholisch-Kirch-Straße 20-22.

 

Es war ein Renault 2500 kg, wahrscheinlich ein R 2164 aus der später als "Galion" vermarkteten Baureihe. Er trug das Kennzeichen 1710-OE 5.

 


 

Hinweis: Coca-Cola-Fahrzeuge finden Sie auf unserer Extra-Seite Coca-Cola-Okko-Getränke GmbH.

 


 

 

3) Speditionsfahrzeuge

 

a) Anterist & Schneider Saarbrücken

  

Ein kleiner Auszug aus der Firmenhistorie: 

 

1917 günden die beiden Familien Anterist und Schneider das gleichnamige Unternehmen in Saarbrücken. Es entwickelt sich zum bekanntesten mittelständischen Transportunternehmen des Saarlandes. Noch heute ist es eine wichtige Firma mit mehreren großen Anlagen im Saarland und darüber hinaus. Es gehört jetzt zur Schenker Deutschland AG.

 

Foto unten: Ein Möbeltransporter (Anterist & Schneider Nr. 39) auf einem Niederflur-Omnibusfahrgestell MAN MKN 630 vor dem Saarbrücker Schloss in den 50er Jahren.

                                               

      

 

     

 

 

Das Fahrzeug mit der Nr.26 war ein Panhard.

 

Das Hauptbüro der Firma Anterist und Schneider befand sich in der Dudweilerstraße 95, das Stadtbüro Dudweilerstr. 50, das Bahnbüro mit Verzollung im Hauptgüterbahn-

hof Dudweilerlandstraße, das Lagerbüro und Lagerhaus war in der St. Johanner Str. 94, die Postzollstelle in der Lützelbachstraße, und weitere Lager gab es am Bahnhof Malstatt und am Römerkastell. 

 

Das Möbeltransportfahrzeug Nr. 43 war ein Mercedes-Benz LP 322. Es trug damals ein VWS-Kennzeichen (mehr darüber auf der Seite Kfz-Kennzeichen unter Nr. 6), das über einem SB-Nummernschild befestigt war, und ein D- Schild. Demnach müsste das Foto zwischen dem 1.1.1957 und dem 1.7.1961 aufgenommen worden sein.

 

 

 

 

Dieser 'Riese' von Anterist und Schneider war ein Büssing. Man beachte den Pendelwinker und das auffällige Kennzeichen 4444-OE 9.

 

 

b) Güter-Nah- und Fernverkehr Thomas Haas, Elm/Saar  

 

Dieses Unternehmen war in Schwalbach-Elm, Hauptstraße 317 ansässig. Der Chef Thomas Haas war wohl verwandt mit Michel Haas, dem Besitzer des Café Mühlenthal in Elm, Hauptstraße 159 (wer weiß etwas darüber? > Kontakt!).

 

 

Der Somua Diesel der Firma Haas in Elm trug ein Überfüh-rungs-Kennzeichen (VWS 1977) - wahrscheinlich war er gerade fabrikneu bei seinem Besitzer angekommen. Die Antenne am Fahrerhaus weist darauf hin, dass ein Radio eingebaut war.

 

 
 

Die Sattelzugmaschine (‘‘Tracteur‘‘) der Firma Haas war der Somua-Typ JL17 CT mit für die damalige Zeit respektablen 150 PS und Fünfgang-Getriebe. Das vergrößerte Fahrerhaus wurde als‘‘Semi-Couchette‘‘ gerne für Fahrzeuge im Fernverkehr gekauft.

Eine Kabine mit Schlafplatz gab es ab Werk nicht. Charakteristisch für den Typ JL17 sind seineintegrierten Nebelscheinwerfer, die damals als Luxus galten. Der Auflieger stammt von dem Anhängerspezialisten FRUEHAUF (siehe Aufschrift über dem mittleren Rad, in einer Vergrößerung des Fotos gut zu lesen). - 1956 schloss sich SOMUA mit Latil und Renault zur LRS zusammen, woraus 1959 zusammen mit Chausson dann SAVIEM entstand.  (Infos von Karl Presser)

 

Zu unserer Frage "Wer erkennt den Ort, an dem das Fahrzeug hier fotografiert wurde?" schreibt uns Günther Willinger, Völklingen: Das Bild von diesem LKW wurde wahrscheinlich vom Bürgersteig vor der Christ-König-Kirche in St.Arnual aus aufgenommen. Im Hintergrund ist die Talstraße, links geht es in die Saargemünder Straße, und unser SOMUA steht in Richtung Bismarckbrücke (damals hieß sie noch Saargemünder Brücke). Der Wald oben im Bild gehört zum Winterberg, und die Strassenbahnschienen verlaufen rechts weiter zur Bismarckbrücke. So stelle ich mir es vor, weil in der damaligen Fliegerhalle in St.Arnual die SAURER-Vertretung (ROBERTZ & KILCH) ihre LKWs repariert hat. Die Firmierung lautete damals: EUROPA-Garage. Vielleicht wurden dort auch SOMUA - Fzge. oder Auflieger von CODER bzw. FRUEHAUF verkauft?

 
 

 


 

4) Kohletransportwagen

 

Der MAN-Diesel gehörte der privaten Bergwerksgesellschaft Merchweiler mbH. Diese musste wegen untertage aufgetretenen technischen Mängeln nach einem Erdbeben früher als vorgesehen, nämlich bereits Ende 2008, schließen.

 

        

Auf das MAN Fahrgestell hatte die Firma Schreiner einen Pritschenkipper mit extra hohen Bordwänden aufgebaut. So konnte das Fahrzeug nicht nur Kohle, sondern auch das gleiche Gewicht an Koks transportieren, der ja ein erheblich größeres Volumen aufweist. Zu diesem Zweck erhielten manche ältere Kohletransporter, wie der Tatra im Bild unten, nachträglich angebrachte Bordwanderhöhungen. Der Kipper oben hatte außerdem vier ausheb- und verriegelbare Trennklappen (gut zu erkennen sind die Handhebel für deren Verriegelung unten an der seitlichen Bordwand). So war es möglich, bis zu fünf Teilmengen (von z.B. je einer Tonne) an unterschiedlichen Stellen abzuladen.

 

 

Tatra-Transporter

 

der Kohlenhandlung Gebr. Beilstein,

St. Wendel, im Schnee.

 

 

Ein tschechischer Tatra-Lkw des Typs

T 27 mit Allrad-Antrieb

 

Dieser Typ wurde nach der Besetzung der Tschechoslowakei (1938) in größerer Stückzahl für die Deutschen gebaut und diente meist bei der Wehrmacht, ging aber auch an zivile Abnehmer und Institutionen.

 

Der im Bild gezeigte Wagen muss noch im Krieg ins Saarland gekommen sein. Er wurde nach Kriegsende in St. Wendel als Kohletransporter weiterverwendet. (Infos zum Wagentyp von Henry Hoppe, Berlin, Foto: Sammlung Elmar Landwehr, St. Wendel; Annonce: Heimatbuch St. Wendel 1949)

 


 

 

5) Möbelwagen

 

Zwei Renault-Fahrzeuge des Möbelhauses W. Ostermann in Wiebelskirchen, Ludwigstraße 9-11

 

ein Renault 2.500 kg                                                                                       ein Renault 1400 kg     

(vielen Dank für die beiden Fotos an Olaf Schuster)     

 

                                                  

 

 

 

 

 

 

Ein Hanomag-Fahrzeug des Einrichtungshauses Jacques Wolff aus Petite- Rosselle im Département Moselle...

 

 

 

 

 

... und ein Mercedes 3500 vom Möbelhaus

J. Düppre in Neunkirchen, damals Bahnhofstraße 44, dem auch eine mechanische Schreinerei und Polsterei angeschlossen war .

 

 

 

    

     

      

 

(Der Henschel-LKW ziert eine Anzeige der Fa. Ludwig Zinke im "Wirtschaftlichen und kulturellen Handbuch des Saarlandes" von 1955.)

  

 

 

Ein Panhard der AGE-Möbelwerke Eiweiler aus dem Jahr 1955. (Foto: Verein für Industriekultur und Geschichte Heusweiler-Dilsburg e.V.)

 



 

 

6) Gesundheitswesen

 

Krankentransportwagen des Saarländischen Roten Kreuzes, Kreisverband Homburg

 

Ein Renault 1000 kg mit SA-Nummernschild, also in den Jahren 1946 bis 1948 aufgenommen.

Beim Blick ins Innere sieht man links zwei Krankentragen übereinander, rechts einen Medikamentenschrank.

 

 

Zwar kein Lkw, aber in diesem Zusammenhang nichtsdestoweniger interessant:

Ein Mercedes Benz 180, vom Kreisverband Saarlouis des Saarländischen Roten Kreuzes (SRK), 1956 als Kranken- und Rettungswagen angeschafft. Es ist erstaunlich, dass er komplett mit deutschem Aufbau ins Saarland importiert wurde. Diesen hatte die Firma Miesen in Bonn erstellt.  Fotos: Archiv REDUIT

 

 

Für Schirmbilduntersuchungen

der Bevölkerung oder einzelner Berufsgruppen hatte die Regie- rung des Saarlandes diesen Röntgenuntersuchungsbus

auf einem Berliet-Fahrgestell bauen lassen und im ganzen Land verwendet.

 

 

Die Seitentüraufschrift mit dem Saarlandwappen lautete:

 

 

Regierung des Saarlandes, Ministerium

für Arbeit und Wohlfahrt,

Abt. Gesundheitswesen.

  

 

 

Hygiene - Institut

 

Dieser Citroën-Lieferwagen, aufgebaut auf einem RU23-Fahrgestell, stand im Dienste des Staatlichen Instituts für Hygiene. Möglicherweise hatte er eine zweite Sitzreihe und war so nicht nur für den Transport von Material oder Geräten geeignet, sondern konnte auch gleichzeitig das für Probenentnahmen oder Untersuchungen notwendige Personal befördern. 

      

 

 

 

D.R.K. der Stadt Dillingen/Saar

 

Krankenwagen auf der Basis eines Peugeot 403 Break (Kombi) waren eher selten.

Den hier abgebildeten hatte der Krankenwagenbauer Miesen aus Bonn ausgerüstet, wahrscheinlich zu Ende der 50er-Jahre.

 

Foto:

Werkbild Miesen/Archiv Regenberg

 

    

 


 

7) Der Opel-Blitz bei verschiedenen Firmen

 

a) Transportunternehmen Heimhalt, Ottweiler

 

Mit diesem Opel Blitz lieferte das Unternehmen zum Beispiel Gasflaschen aus. Im Bild rechts sehen wir Ruth und Arthur Heimhalt. Auf den beiden anderen Fotos ist Herr Gottschling zu sehen. Er hatte ein eigenes Transportunternehmen in Ottweiler.

 

Fa. Heimhalt führte auch einen kleinen Omnibusbetrieb mit drei Floirat-Bussen (siehe Seite Omnibusse, ganz unten) und hatte auch einen Delahaye-Lkw (Foto unten). Fotos: Familie Heimhalt

 

 

a

b) Wurstwarenfabrik Hans Höll

 

Die Firma Höll war 1910 in Dirmingen gegründet worden. 1930 übernahm Wilhelm Höll nach dem plötzlichen Tod seines Vaters Hans Höll den Betrieb und führte ihn in dessen Sinne weiter. Dieser Leicht-Lkw gehörte schon zur Fahrzeugflotte der Firma, bevor 1962 die Produktionsstätte nach Illingen verlegt wurde.

 

Der Opel Blitz wurde in dieser Form von 1952 bis 1960 gebaut. Ab Werk war er mit Pritsche oder als Kastenwagen mit 1,75 Tonnen Nutzlast oder als Fahrgestell mit Fahrerhaus erhältlich. Die links und unten gezeigten Kofferaufbauten wurden höchst wahrscheinlich im Saarland gefertigt und aufgesetzt.

Foto: Landesarchiv Saarbrücken, Sammlung Weissenbach.

 

 

 

c) Paul's Frisch-Ei-Nudeln

 

Auch die Teigwarenfabrik Andreas Paul & Sohn benutzte einen Opel-Blitz. (Bild links und Farbfoto unten; beide 1958 entstanden, daher schon mit IGB)

 

Die Firma bestand über 50 Jahre lang und hatte zuletzt ihren Sitz in Rohrbach. Produktionsstätten waren vor dem Krieg in Burbach, danach in Kirkel und ab 1953 in Rohrbach. 1984 wurde die Firma aufgegeben.

 

Einen ausführlichen Bericht über die Firma finden Sie hier auf der Website Rohrbach-Nostalgie.

 

Einen Renault 4 CV mit Werbung "Paul's Nudeln" auf dem Dach sehen Sie etwa in der Mitte der Seite 4CV.

Fotos und Info von Alois Paul.    

           

    

 

  

Links: Ein Farbfoto desselben Opel-Blitz der Fa. Paul & Sohn                    d) Fa. Gebrüder Sinn, Saarbrücken: Kundendienstwagen

                                   


 

 

 8) Lastkraftwagen für Bauunternehmungen u.a. Firmen

 

Unten ein MAN für die Bauunternehmung Michael Welsch

in Besseringen ("Sarre"),

 

rechts ein FAUN für die Firma Alfred Strauch, (KFZ-Teile und Fahrrad-Großhandlung) in Saarbrücken

 

 

 

 

Zugwagen MAN F 8 mit verlängertem Holz/Stahlfahrerhaus, Baujahr ca. 1952, mit Hänger; beides gebaut von Schreiner

für die Gerlachwerke GmbH  (Eiserner Grubenausbau und Gesenkschmiede), Homburg, Industriegelände

 

Ein MAN - MK für die Bauunternehmung Peter Croon, Hüttersdorf:

 

 

Ein 5-Tonner-FORD-Diesel der Bauunternehmung

für Hoch- und Tiefbau, Stahlbeton und Straßenbau

Peter Groß in St. Ingbert, Kaiserstraße 103

 

^ FORD-Werbung für das Fahrgestell

 

9) Kipper

 

 

Ein Renault-Kipper auf einer Baustelle in Dudweiler.

 

 

Auf der Seite Sonderfahrzeuge unter Nr. 3) können Sie sehen, wie dieser Renault mit Hilfe eines Demag-Baggers beladen wird.

 

 

 

Foto: Bildarchiv der Bezirksverwaltung Dudweiler

 


 

10) Sammler - Fahrzeuge

 

 

Im August-Heft 2013 des 'Charge Utile Magazine' war zu lesen, dieser CA 6 LW (Baujahr 1947) sei unter den in jenem Jahr bei "La Locomotion en Fête" versammelten Bernard-Lkw ohne Zweifel einer der bemerkenswertesten gewesen. Ein Sammler aus Fiquefleur-Equainville (Eure) habe ihn von einem Transportunternehmer aus dem Saarland gekauft. Der Zustand des Oldtimers sei wahrlich hervorragend. (Mitgeteilt von Helmut Barth, Dudweiler.)

 

 

Im Bild rechts ist ein Ford-Wehrmachts-Lkw G 997 T, Baujahr 1942 zu sehen, mit 3,9 Liter-Achtzylinder-Seitenventil-V8 Benzinmotor und 95 PS.

 

Beide Fahrzeuge tragen ein OE9-Kennzeichen; es handelt sich dabei aber offensichtlich nicht um Originalkennzeichen von damals, sondern um nachträglich angefertigte.

Diese beiden Fotos zeigen originale Fahrzeuge aus dem OE-Saarland, die bei einem Oldtimer-Treffen in Kirschheck (einem Ort in der Nähe von Riegelsberg) im Herbst 2007 als Sammler-Fahrzeuge zu sehen waren. Fotos: Walter Volkmar, Riegelsberg.

 


Mehr Lkw finden Sie auf der Seite  Nutzfahrzeuge - Lkw 2


 

 

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Bücher-Empfehlung:

 

Bernd Regenberg, Jahrbuch Lastwagen 2009 und Jahrbuch Lastwagen 2010. Verlag Podszun-Motorbücher GmbH Brilon. 2008 bzw 2009.

 

Schon seit mehreren Jahren bringt der Podszun-Verlag jährlich im Oktober ein Lastwagen-Jahrbuch mit sorgfältig recherchierten Artikeln zu historischen und aktuellen Themen aus dem Bereich Lastwagen heraus. Für die Bände 2009 und 2010 hat sich der Automobil-Historiker und Lastwagen-Spezialist Bernd Regenberg jeweils ein saar-spezifisches Thema ausgewählt. Im Jahrbuch 2009 berichtet er ausführlich und mit zahlreichen, meist farbigen Fotos über die Firmen Leo Gergen, Spiesermühle bzw. Rohrbach und Robert Jung, Homburg. Er schildert den Werdegang dieser beiden Firmen und geht natürlich auch auf die Probleme ein, die diese in der Zeit der wirtschaftlichen Verflechtung der Saar mit Frankreich zu lösen hatten. Gergen baute hydraulische Hebewerkzeuge und Kipper aller Art, Jung Sattelfahrzeuge und Schwertransporter.

 

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Im Jahrbuch 2010 widmet sich Regenberg auf den ersten vierzig Seiten dem Schaffen der Saarbrücker Karosserie-Fabrik (SKF). Er illustriert seinen ausführlichen Bericht über den Werdegang dieses großen Saarbrücker Unternehmens mit unzähligen Fotos. Da es sich hauptsächlich um Bilder aus der Zeit der Saar-Autonomie handelt, sind die meisten der Fotos noch Schwarz-Weiß-Aufnahmen, außerdem tragen viele der im Bild vorgestellten Fahrzeuge OE-Kennzeichen. Die SKF hat genauso wie die Karosseriewerke Schreiner (siehe ganz oben auf dieser Seite) alle Arten von Nutzfahrzeugen nach Wünschen ihrer Kunden auf die verschiedensten Fahrgestelle aufgebaut. Bei der SKF wurden u.a. Fahrgestelle der Marken Berliet, Citroën, Büssing, Hanomag, Willème, Bernard, Latil u.v.m. verwendet. Ein weiterer großer Abschnitt des Jahrbuchs 2010 befasst sich mit der Spedition Adam Reiss, Saarbrücken, natürlich ebenfalls reich bebildert. Günther Willinger aus Völklingen beschreibt den dort selbst erlebten "Fahreralltag in den fünfziger Jahren".

 

Beide Bücher werden ergänzt durch weitere Artikel aus dem Themen-Bereich Lastwagen, die zwar nicht direkt das Saarland betreffen, aber für Lkw-Fans ebenfalls sehr interessant sind. Die Jahrbücher kosten je 14,90 € und können in Buchhandlungen oder direkt beim Podszun-Verlag gekauft oder abonniert werden. Auch in den darauffolgenden Jahren sind weitere Lastwagen-Jahrbücher erschienen.

 


 

Weitere Fahrzeuge finden Sie auf folgenden Seiten:

 

Mehr Lkw und Lieferwagen: Nutzfahrzeuge (Lkw 2) - Kombis - Gottlieb - Post

Traktoren, Müllwagen, Bagger, Kräne, Leichenwagen: Sonderfahrzeuge

 

Öffentliche Verkehrsmittel:  Straßenbahn - Trolleybus (Obus) - Eisenbahn

Postomnibusse: Saar-Kraftpost.  Andere Omnibusse (Stadt-, Gruben- und private Busse): Omnibusse

 

Weitere Fahrzeugseiten:  Kfz-Kennzeichen - PKW (französ.) - PKW (deutsch u. ausländ.) - Krafträder u. Motorroller: Motorräder

                                        Feuerwehren - Polizeifahrzeuge Flieger - Schiffe -  Reportagewagen: Radio Saarbrücken

 


Diese Seite wurde am 23.01.2011 begonnen und zuletzt bearbeitet am 22.6.2017

                  

 

 

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