oben

Home (zur Startseite) > www.saar-nostalgie.de


 

 

POST-Fahrzeuge im Saarstaat

 

 

Post-, Telegraphen- und Telephon-Verwaltung des Saarlandes


Weitere Seiten zur Post:  Die Post im Saarstaat / Kraftpost-Omnibusse / Briefmarken / Louis Ring / Amateurfunk / Telefonieren


 

Auf dieser Seite geht es um Fahrzeuge der Saarländischen Post- und Telephon-Verwaltung (ohne Postbusse: siehe Seite Saar-Kraftpost).

 

 

Um ihre Dienste ausüben zu können, muss eine Post über viele Arten von Fahrzeugen verfügen. Sie benötigt Fahrräder, Motorräder, Pkw, Lieferwagen, Lkw und Gespanne, um Briefe, Telegramme und Pakete zu befördern und auszuliefern. Auch im Fernmeldedienst verwendet die Post Nutzfahrzeuge aller Art, wenn sie bauliche und technische Anlagen und Leitungen erstellt, unterhält oder repariert.

 

Viele Fahrzeuge, die während der Zugehörigkeit unseres Landes zum "Dritten Reich" im Dienst der damaligen Reichspostdirektion (RPD) Saarbrücken standen, wurden in den letzten Jahren und Monaten des Krieges beschädigt oder zerstört. Deshalb benötigte die im Juli 1945 geschaffene Oberpostdirektion Saar dringend brauchbare Fahrzeuge, um damit in dem zerstörten Land eine funktionierende Postorganisation wieder aufzubauen. Man versuchte zunächst, der Not gehorchend, möglichst viele der vom Krieg übriggebliebenen Fahrzeuge wieder herzurichten. Nach einiger Zeit konnte man damit beginnen, die stark abgewirtschafteten alten Reichspostfahrzeuge durch neues Fahrmaterial zu ersetzen. Da das Saarland inzwischen in eine Wirtschaftsunion mit Frankreich eingetreten war, griff man beim Neukauf von Fahrzeugen nahezu ausschließlich auf solche aus französischer Herstellung zurück. Denn alles, was man aus Deutschland ins Saarland einführen wollte, musste verzollt werden und war allein deshalb schon teurer.

 

 

 

Die verschiedenen Arten von Postfahrzeugen im Saarland

 

 

a) Transport- und Zustellfahrzeuge

 

Die Fahrzeuge der saarländischen Post einschließlich der Kraftpost-Omnibusse waren in der Saar-Post-Farbe Smaragdgrün lackiert (RAL 6001) und trugen die gelbe Aufschrift  geistesverwirrt???

unter einem gelben Posthorn. Viele hatten auch einen gelben Streifen auf der Seite.

 

Unter anderem kamen folgende Fahrzeugtypen bei der Post- und Telephon-Verwaltung des Saarlandes zum Einsatz:

(Die Farbfotos mit grünen Postfahrzeugen zeigen Modellautos verschiedener Hersteller.)

  

Peugeot D4A: Mit diesem Kastenwagen fuhr die Post Pakete aus. Er hatte eine Schiebetür auf der rechten Seite. Das Foto links entstand nach 1961 in Saarlouis. Es zeigt einen von der Bundespost nach der Angliederung übernommenen D4A der Saar-Post.

-----------------------------------------------------------------------------

 

Citroën 2 CV Fourgonette 300 kg

mit Kastenaufbau ("Kastenente"):

 

  

   

 

 

2 CV 300 kg (oben) und Renault 1000 kg-Kastenwagen (rechts) wurden ebenfalls als Zustellfahrzeuge der Post-Saar verwendet; genauso der Renault Juvaquatre (Abb. eines Juvaquatre s. hier).

(Bilder der Modelle: Deutsche Post AG)

 

 

Berliet GLA Kastenwagen

 

 

Dieses Fahrzeug war von den Saarbrücker Karosseriewerken Schreiner auf ein Berliet-GLA-Fahrgestell aufgebaut worden.

 

 

Es trug das Kennzeichen 3614-OE 5 und wurde sehr wahrscheinlich ebenfalls zur Auslieferung von Paketen eingesetzt.

 

 

Foto: Karosseriewerke Schreiner, Saarbrücken

 

 

                   

 

 

 

< Auch Opel-Fahrzeuge sollen bei der saarländischen Post als Zustellfahrzeuge oder im Fernmeldedienst verwendet worden sein; zum Beispiel dieser (hier als Modell abgebildete) Opel Blitz 0,75 t - Kastenwagen, Baujahr 1938.

 

Wenn nicht anders vermerkt, erfolgt die Abbildung der Modell-Autos mit freundlicher Genehmigung von http://www.gelbgraumagenta.de/gelbgraumagenta/2_postmodellautos/jfk/jfk0700.htm  (Website zuletzt aufgerufen 2012).

 

b) Fahrbares Sonderpostamt

 

Dieser fast mystisch anmutende Post-Omnibus diente als "Sonderpostamt". Hierzu hatte man einen großen alten BÜSSING-Omnibus in der HwKw Blies- kastel (Hauptwerkstatt für Kraftwagen) umgebaut (ab 1957 "Betriebswerkstätte für Kraftwagen - BwKw" genannt).

 

Das Sonderpostamt wurde in kleineren Gemeinden ohne Poststelle oder bei besonderen Veranstaltungen eingesetzt. Sein polizeiliches Kennzeichen: 234-OE1.

 

Walter Anna, Gersheim, arbeitete in der BwKw. Er berichtet: "Der alte Büssing-Bus wurde bei uns entrümpelt, also total ausgeräumt. Dann haben wir die Wände schön mit Holz verkleidet und die Kabine für das Sonderpostamt eingebaut."

 

 

Foto: Bildarchiv der Postdirektion (aus: Wirtsch. und kult. Handbuch des Saarlandes 1955. Saarbrücken 1955, S.241)

 

Mehr über die HwKw / BwKw demnächst auf Saar-Nostalgie!

 

 

c) Fahrzeuge des Fernmeldebauamts Saarbrücken

 

Das Foto links zeigt eine Hanomag-Zug- maschine Typ 'SS 100 Straßenschlepper' mit 100 PS (nach dem Krieg weiter produziert unter der Bezeichnung ST 100) mit einem Tieflader-Anhänger. - Das Gespann steht hier am Nauweiler Gewann zwischen Völklingen und Bous, etwa dort, wo kurze Zeit später das Walzwerk von Saarstahl in Betrieb genommen wurde. Diese Gespanne wurden zum Transport der schweren Kabeltrommeln des Fernmeldebauamts verwendet.

 

Der junge Mann, der auf der Beifahrerseite auf dem Kühler sitzt, war Dieter Jakobs aus Saarlouis. Neben ihm (auf der Fahrerseite): Reiner Kurz. Er war später Beigeordneter im Homburger Stadtrat. Der Kollege rechts mit der Dienstmütze war der Fahrer des Monstrums. Die Fernmelde-Chauffeure waren gehalten, im Dienst immer ihre Postuniform zu tragen.

 

 

Die beiden Bilder oben und rechts wurden 1957 aufgenommen.

 

 

Auf dem Foto rechts sehen wir ein Mercedes-Benz-Fahrzeug mit Anhänger. Es verfügte über eine integrierte Seilwinde, die zum Einziehen der Fernmeldekabel verwendet wurde. Das Gespann steht hier am Bahnhof Dillingen.

 

Solche Fahrzeuge waren im ganzen Saarland für den Fernmeldedienst im Einsatz. Wie alle Postfahrzeuge waren sie grün lackiert und trugen das "Post-Saar"-Emblem (hier auf den vorderen Türen).

 

Fotos: Dieter Jakobs, Saarlouis

 

 

 

Pritschenwagen

 

Dieser Berliet mit dem Kennzeichen

3756-OE 5 war ein Pritschenwagen

mit 3/4-Plane.

 

Er wurde wurde ebenfalls beim Fernmeldedienst der Postverwaltung verwendet.

 

 

Foto: Karosseriewerke Schreiner, Saarbrücken

 

 

 

Berliet - Abschleppwagen mit Kran

 

Den auf der Ladefläche montierten Kran hatte man von einem Bergepanzer (Gleiskettenfahrzeug) abgebaut, der nach dem Krieg in St. Wendel aufgetrieben worden war.

 

Als dieser Berliet mit Kran-Aufbau zur Post kam, wurde er in "Saarpost-Grün" lackiert. Nach 1957 spritzte ihn die Deutsche Bundespost in Gelb um (wie die grünen Busse der Saar-Kraftpost).

 

Das Nummernschild an der Vorderseite war ein rotes IGB-Kennzeichen.

 

Foto: ARCHIV REDUIT; Info zum Kran: Franz Sand, St. Ingbert.

 

 

 

d) Bahnpost: Bei der Saar-Eisenbahn fuhren auch eigene Bahnpost-Wagen der Saarländischen Postverwaltung.

 

 

Foto: Deutsche Post AG

 

Nach dem 1. Januar 1957: Als die Post- und Telegraphen-Verwaltung des Saarlandes in die Oberpostdirektion Saarbrücken umgewandelt wurde (siehe Seite Die Post im Saarstaat), gingen auch ihre sämtlichen Fahrzeuge in den Bestand der Deutschen Bundespost über. Dieser wuchs dadurch mit einem Schlag um eine große Anzahl von Fahrzeugen französischer Hersteller an. Bei den Omnibussen war es ebenso (siehe Seite Saar-Kraftpost). Die grünen Post-Fahrzeuge wurden Zug um Zug in Bundespost-Gelb umlackiert und erhielten den Schriftzug "Deutsche Bundespost". Die polizeilichen Kennzeichen der Fahrzeuge (bisher OE 5) wurden gegen BP 16-Kennzeichen ausgetauscht.

  

 


 

Weitere Seiten zur Post:  Die Post im Saarstaat / Kraftpost-Omnibusse / Briefmarken / Louis Ring / Amateurfunk / Telefonieren

 


Diese Seite wurde zuletzt bearbeitet am 22.9.2014

 

 

nach oben

arrow4_u.gif

|

arrow4_L.gif zurück <---------> weiter arrow4_R.gif

wwwonline-casino.de

 

(Gesamt seit 2008)

 

Home (zur Startseite) > www.saar-nostalgie.de