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Die saarländische

  

 

 

Fußballnationalmannschaft

 

 

 

(1950 bis 1956)  von Rainer Freyer und Stefan Haas

 

 


 

> Zu unserer Seite Fußballnationalmannschaft 2 - die 44 Nationalspieler des SFB  

> Zum Gesamt-Inhaltsverzeichnis unseres SPORT-Kapitels

 

 

Das damals (teil-)autonome Saarland verfügte von 1950 bis 1956 auch über eine eigene Fußball-Nationalmannschaft. Sie war die Auswahl des Saarländischen Fußballbundes (SFB), der am 25. Juli 1948 in Sulzbach gegründet wurde. Dessen erster Präsident hieß Willy Koch. Als der SFB ein knappes Jahr später den Versuch unternahm, in den Französischen Fußball-Verband (FFF) integriert zu werden, wurde der entsprechende Antrag am 17. Juli 1949 vom FFF mit deutlicher Zweidrittelmehrheit abgelehnt. So blieb der Fußball des autonomen Saarlands selbstständig, obwohl der 1. FC Saarbrücken zeitweise auch in der französischen 2. Liga und in der bundesdeutschen Oberliga Südwest spielte (siehe Seite 1. FC Saarbrücken).

 

Die kurze Geschichte der saarländischen Nationalmannschaft war eng mit der des 1.FC Saarbrücken verbunden, da dieser regelmäßig die meisten seiner Akteure als Nationalspieler abstellen musste. Es waren aber auch Spieler von Borussia Neunkirchen, vom SV Saar 05, SV Sankt Ingbert 1945, ASC Dudweiler und FC Ensdorf in der Nationalmannschaft vertreten. Sie spielte insgesamt 19-mal gegen Ländermannschaften aus aller Welt. 15 Spiele waren Freundschaftsspiele und vier waren Ausscheidungsspiele zur Fußballweltmeisterschaft 1954. Die elf Heimspiele trug die Saarauswahl im Saarbrücker Ludwigsparkstadion aus. Sie gewann sechs der 19 Spiele, zehn verlor sie, und drei Partien endeten unentschieden.

 

Am 14. Mai 1950 wurde Hermann Neuberger zum Nachfolger des ersten Präsidenten Willy Koch gewählt. Dank Neubergers geschickter Vermittlung gelang es dem Saarland, noch vor der Bundesrepublik eigenständiges Mitglied des Weltfußballverbandes FIFA zu werden, und zwar schon am 12. Juni 1950; der deutsche DFB wurde erst im Herbst desselben Jahres wieder in die FIFA aufgenommen.

  

Trainer der Saarauswahl war zunächst Auguste (Gustl) Jordan. Ihm folgte im Jahre 1952 Helmut Schön, der spätere langjährige und erfolgreiche Trainer der deutschen Nationalmannschaft.

 

 

Das Foto zeigt den Saar-Trainer Helmut Schön (links) zusammen mit Sepp Herberger im Saarbrücker Ludwigsparkstadion. (Foto: Ferdi Hartung)

 

Die Garnituren der saarländischen Nationalmannschaft bestanden (nach der Erinnerung von Herbert Binkert auf Anfrage im Sommer 2009) aus weißen Hosen, hellblauen Trikots und (wahrscheinlich) blau-weißen Strümpfen. Unsere Frage, ob er heute vielleicht noch Teile seiner damaligen Garnitur besitze, verneinte Binkert: "Der Platzwart achtete damals immer peinlich genau darauf, dass keiner der Spieler eine Hose oder ein Trikot vom Platz mit nach Hause nahm."

 

Abb. links: Auf der Vorderseite der Trikots war dieses rautenförmige Abzeichen mit dem "SFB"-Logo aufgenäht.

 

Vor ihren Spielen hielt sich die saarländische Nationalmannschaft im Rahmen eines Kurztrainingslagers häufig in Weiskirchen auf, ebenso wie der 1. FC Saarbrücken. Logiert wurde dort im Hotel Hofhaus Antz.

 

 

Freundschaftsspiele vor der WM

 

Ihr erstes Länderspiel trug die Saarlandauswahl am 22. November 1950 gegen die B-Mannschaft der Schweiz aus. Es endete mit einem 5:3 Sieg für die Saarländer. Das allererste Tor für die saarländische Nationalmannschaft schoss Karl Berg (1. FCS). Herbert Martin (vom FC 1912 Ensdorf, später ging er zum 1. FCS) und Erich Leibenguth (Borussia Neunkirchen) schossen später je zwei Tore. Insgesamt gab es vor der Fußball-WM folgende sechs Freundschaftsspiele (siehe Tabelle rechts):

 

        22.11.1950       Saarland         5:3     Schweiz B

        27.05.1951       Saarland         3:2     Österreich B

        15.09.1951       Schweiz B       2:5     Saarland

        14.10.1951       Österreich B    4:1     Saarland

        20.04.1952       Saarland         0:1      Frankreich B

        05.10.1952        Frankreich B   1:3     Saarland

 

 


Fazit: Die Saarländer gewannen vier und verloren zwei dieser Spiele. Gesamt-Torverhältnis: 17:13 zugunsten der Saar.

 

 

 

Ausscheidungsspiele zur Fußball-Weltmeisterschaft 1954

  

(Hinweis: In diesem Kapitel steht der Kurzname "Deutschland" für die Mannschaft der Bundesrepublik Deutschland.)

 

Zu einer Teilnahme an der Fußball-Weltmeisterschaft 1950 in Brasilien konnte die saarländische Nationalmannschaft noch nicht zugelassen werden, weil das Saarland erst Mitte 1950 in die FIFA aufgenommen wurde (siehe oben).

 

 

1953/54 nahm sie als eine von 34 Mannschaften aus aller Welt an der Vorrunde zur WM 1954 in der Schweiz teil. Die Zusammensetzung der Gruppen wurde nicht durch das Los ermittelt, wie es heute üblich ist, sondern von der FIFA festgelegt. So spielte die Saar in der Gruppe 1 mit Deutschland und Norwegen. Die Tabelle rechts zeigt die Ergebnisse der sechs Gruppenspiele dieser Qualifikationsrunde (Spiele mit Saar-Beteiligung in Grün).

 

 

24.06.1953      Norwegen     2:3   Saarland       (in Oslo)

19.08.1953      Norwegen     1:1   Deutschland  (in Oslo)

11.10.1953      Deutschland  3:0   Saarland       (in Stuttgart)

08.11.1953      Saarland       0:0   Norwegen     (in Saarbrücken)

22.11.1953      Deutschland  5:1   Norwegen     (in Hamburg)

28.03.1954      Saarland       1:3   Deutschland  (in Saarbrücken)

 

Fazit: Von den vier Spielen mit Saar-Beteiligung gewannen die Saarländer eines, verloren zwei und spielten einmal unentschieden.
Gesamt-Torverhältnis: 8:4 zu Ungunsten der Saar.

 

 

 

Die WM-Ausscheidungsspiele der Saarländer im Einzelnen:

 

 

1) Norwegen - Saarland: 2:3

 

Die Qualifikation begann am 24. Juni 1953 mit einem Paukenschlag: In Oslo lag das Saarland bereits nach etwa einer Viertelstunde mit 0:2 zurück und spielte praktisch nur noch mit 10 Akteuren, weil Trainer Helmut Schön wegen einer Verletzung die zur damaligen Zeit einzige erlaubte Auswechslung bereits nach fünf Minuten vornehmen musste (Berg für Philippi) und Theo(dor) Puff in der zehnten Minute plötzlich humpelte (Wadenbeinbruch?) und nur noch stark geschwächt und unter Schmerzen weiterspielen konnte. Kurt Clemens, der zu jener Zeit beim FC Nancy spielte [er hieß ab 1967 "AS" Nancy], kurbelte das Spiel der Saar-Elf unermüdlich an, und am Ende hatten er und seine Mitstreiter die Partie gedreht und mit 2:3 gewonnen. Die Torschützen für die Saar waren Herbert Binkert (16. Min.), Werner Otto (30.) und Gerhard Siedl (52.)

 

               Foto rechts: Ministerpräsident Johannes Hoffmann überreicht

               dem norwegischen Spielführer als saarländisches Symbol eine

               Grubenlampe. Links neben ihm ist Herrmann Neuberger zu  

               sehen, derdamals Präsident des SFB war.  (Foto: LA Saarbrücken)

 

 

 

< Die saarländische Mannschaft

vor ihrem Sieg im ersten WM-Qualifikationsspiel gegen Norwegen am 24. Juni 1953 in Oslo.

 

 

Obere Reihe (v.l.n.r.): Waldemar Philippi, Werner Otto, Peter Momber, Karl Schirra, Herbert Martin, Herbert Binkert, Kurt Clemens.

 

 

Untere Reihe: Albert Keck, Theodor Puff, Erwin Strempel, Gerhard Siedl.

 

Fast alle Spieler waren vom 1.FCS, außer Siedl und Schirra (Borussia Neunkirchen) sowie Clemens (FC Nancy, ab 1953 SV Saar 05).

 

(Foto: Ferdi Hartung)

        

 

2) Deutschland - Saarland: 3:0

 

Nachdem Deutschland in seinem ersten Gruppenspiel am 19. August 1953 in Oslo gegen die Norweger nur 1:1 gespielt hatte, stand das Saarland nun auf Tabellenplatz 1 dieser Gruppe.

 

Am 11. Oktober 1953 folgte das erste Qualifikationsspiel zwischen der Saarlandauswahl und der deutschen Mannschaft. Es fand im Stuttgarter Neckarstadion vor etwa 55.000 Zuschauern statt. Vor dem Spiel hatte Sepp Herberger seine Mannen davor gewarnt, die Saarländer zu unterschätzen. "Das Saarland-Spiel wird kein Spaziergang", soll er ihnen eingetrichtert haben. Und tatsächlich zeigten Helmut Schöns Schützlinge in diesem Spiel eine beachtliche Leistung, verloren aber schließlich doch 3:0. Die deutschen Torschützen waren Max Morlock (2x) und Horst Schade.

 

Das Bild rechts zeigt einen speziell zu diesem Spiel gefertigten SFB-Wimpel.  (Foto: DFB-Archiv)

 

 

3) Saarland - Norwegen: 0:0 

 

Das zweite Ausscheidungsspiel zwischen den Saarländern und den Norwegern am 8.11.1953 in Saarbrücken endete vor 40.000 Zuschauern mit einem torlosen Unentschieden. Kurz darauf, am 22.11.1953, besiegte die deutsche Nationalelf in Hamburg die Norweger mit 5:1 Toren.

 

 

Herbert Martin verwandelt einen Elfmeter

und erzielt so das einzige Tor für die Saar.

4) Saarland - Deutschland: 1:3

 

Das letzte und für eine mögliche Teilnahme an der WM entscheidende Qualifikationsspiel dieser Gruppe fand am 28. März 1954 im Saarbrücker Ludwigsparkstadion statt. Dies bedeutete für unser kleines Land ein sportliches Highlight, wie es danach niemals wieder erreicht wurde. Auf dem Stadionheft lautete die Titelzeile: "Größter Fußball-Festtag an der Saar". In Saarbrücken herrschte der Ausnahmezustand. Am Bahnhof liefen zahlreiche Sonderzüge ein. Insgesamt 53.000 Zuschauer sahen sich dieses wichtige Ausscheidungsspiel an.

 

Nach ihrem 3:2-Sieg im ersten Spiel in Oslo hatten die Saarländer den Norwegern am 8.11.1953 in Saarbrücken ein 0:0 - Unentschieden abgetrotzt. Ihr erstes Spiel gegen die deutsche Auswahl hatten sie zwar (am 11.10.1953 in Stuttgart; siehe oben) mit 3:0 verloren, aber wenn sie in diesem zweiten Spiel gegen Deutschland am 28. März 1954 gewonnen oder auch nur ein Unentschieden erreicht hätten, wären beide Mannschaften punktgleich gewesen und hätten im Pariser Parc des Princes ein Entscheidungsspiel um den Gruppensieg und damit um die Teilnahme an der Endrunde austragen müssen. Dann hätten die Saarländer tatsächlich die Chance gehabt, die bundesdeutsche Mannschaft aus dem Rennen zu werfen. Und das "Wunder von Bern" hätte für die Deutschen nicht stattgefunden...

 

Das Saarland verlor aber dieses Heimspiel gegen Deutschland mit 1:3. Trotzdem meinte z.B. der Trainer der ungarischen Mannschaft, die Saarauswahl sei in diesem Spiel "die klar bessere Mannschaft" gewesen. So aber wurden die Deutschen Gruppensieger und die Saarländer immerhin Gruppenzweite vor den Norwegern. Doch damit war für sie der Traum, an einer Weltmeisterschafts-Endrunde teilnehmen zu können, für immer ausgeträumt...

 

Bei diesem letzten Ausscheidungsspiel der Gruppe hatten die Verantwortlichen übrigens darauf verzichtetet, die Nationalhymnen der beiden Gegner im Stadion abzuspielen, um die Emotionen nicht noch mehr überschwappen zu lassen.

 

Fotos oben und rechts: Ferdi Hartung

 

-----------------------------------

 

Im Qualifikationsspiel der Saar-Mannschaft gegen Deutschland im Ludwigsparkstadion kämpft sich Max Morlock durch die Abwehr der Saarländer hindurch und schießt den Ball zum 2:0 für die bundesdeutsche Auswahl ins Netz. Die saarländischen Abwehrspieler Waldemar Philippi (links vorm Tor), Nickel Biewer (rechts) und Torwart Erwin Strempel haben keine Chance.

 

 

So sah die Eintrittskarte zu diesem Spiel aus:

 

 

Die Saarländische Post legte eine Sonderpostkarte aus Anlass dieses wichtigen Ausscheidungsspiels auf. (Quelle: Landesarchiv Sbr.)

 

  

 Hinweis zum Eintrittspreis: Nach dem Wechselkurs von 1954 (100 Frs. = ca. 82 Pfennig) entsprachen 210 Frs. etwa 1,72 DM - heute 0,88 €

 

Die Abschlusstabelle der Qualifikationsgruppe 1

der Fußball-WM 1954 (Deutschland/Saarland/Norwegen)

sah folgendermaßen aus:

Platz

Land

Tore

Punkte

1

Deutschland

 12 : 3

  7 : 1

2

Saarland

   4 : 8

  3 : 5

3

Norwegen

   4 : 9

  2 : 6

    

Damit hatte Deutschland schließlich das Endspiel dieser WM erreicht. Es wurde am 4. Juli 1954 in Bern ausgetragen. Deutschland gewann 3:2 gegen Ungarn und wurde damit zum ersten Mal Weltmeister.

 

Der SFB hatte die Spieler der Saarmannschaft allesamt dazu eingeladen, das Spiel in Bern live von der Zuschauertribüne aus mitzuerleben. Ihre Enttäuschung über das Ausscheiden bei der Qualifikation war längst überwunden. Herbert Binkert sagte später, die Saarländer hätten als Teilnehmer am Endspiel "im Leben nicht die Chance gehabt, da zu bestehen wie die Deutschen". Und so drückten sie ihren bundesdeutschen Freunden die Daumen und jubelten ihnen voller Begeisterung zu. Ihre Freude über den Sieg der deutschen Mannschaft gegen Ungarn war nicht weniger groß als in der Bundesrepublik. Man hörte viele Saarländer sogar jubeln "Wir sind Weltmeister!" Die Begeisterung war so groß, dass sie bei der saarländischen Regierung Missfallen erregte. Dieses äußerte sich u.a. darin, dass im Saarland in Wochenschau-Berichten über das Endspiel immer diejenigen Szenen herausgeschnitten werden mussten, in denen die deutsche Nationalhymne zu hören war.

 

Weil das Endspiel nicht im saarländischen Fernsehen TELESAAR übertragen wurde, hatten findige Fußballbegeisterte noch rechtzeitig vor dem Spiel an verschiedenen höher gelegenen Stellen im Saarland Fernseh-Hochantennenaufgebaut, um die Übertragung von einem der um das Saarland herum liegenden Südwestfunk-Sender empfangen zu können (siehe Abschnitt 3 unserer Seite TELESAAR). Da es in Privatwohnungen noch nicht viele Fernsehgeräte gab, schauten viele Menschen sich das Spiel in einer der vielen Gaststätten an, die an diesem Tag überquollen. Andere drängten sich dicht vor den Schaufenstern von Radiogeschäften, in denen ein Fernseher aufgebaut war und der Ton über einen Außenlautsprecher nach draußen übertragen wurde.

 

Auch der Verfasser dieser Zeilen, damals zwölf Jahre alt, drückte sich an einem solchen Laden die Nase platt; es war am oberen Hüttenberg in Neunkirchen. Die - für mich - "doppelte Sensation" wollte ich mir nicht entgehen lassen: Deutschland im Endspiel und die erste Fernseh-Live-Sendung meines Lebens!

 

Obwohl die Saar bei der WM-Qualifikation ausgeschieden war, zählte diese Epoche zu den absoluten Höhepunkten in der kurzen Sportgeschichte des "Saarstaats".

 


 

Freundschaftsspiele nach der WM

 

Nach der WM ging es für die Saar-Auswahl noch mit einer Reihe von Freundschaftsspielen weiter, bevor der Saarländische Fußballbund (SFB) im Jahre 1956 wieder in sein deutsches Pendant, nämlich den DFB, eingeordnet wurde.

 

Folgende neun Freundschafts-Länderspiele trug die Saar-Nationalmannschaft nach der WM aus: 

05.06.1954:

26.09.1954:

17.10.1954:

01.05.1955:

09.10.1955:

16.11.1955:

01.05.1956:

03.06.1956:

06.06.1956:

Saarland

Saarland

Frankreich B

Portugal B

Saarland

Saarland

Saarland

Saarland

Holland

1:7

1:5

4:1

6:1

7:5

1:2

1:1

0:0

3:2

Uruguay (siehe rechts)

Jugoslawien

Saarland  (in Lyon)

Saarland  (in Lissabon)

Frankreich B

Holland

Schweiz

Portugal B

Saarland (in Amsterdam)

 

Das Freundschaftsspiel gegen Uruguay im Ludwigsparkstadion am 5.6.1954 verlor die Saar-Auswahl mit 1:7. Die meisten Mitspieler stammten vom 1.FCS, fünf weitere waren von Borussia Neunkirchen (Emser, Jirasek, Schirra, Siedl und Sippel). Zum Balleinwurf bei diesem Spiel: siehe Abb. unten!  (Abb. oben: aus dem offiziellen Programm des SFB zum Spiel am 5. Juni 1954)


Fazit dieser Spiele:

Die Saar gewann eines und verlor sechs der Spiele, ein Spiel endete unentschieden. Gesamt-Torverhältnis: 15:28 zu Ungunsten der Saar.

 

Wie die Ergebnisse zeigen, konnte sich die Mannschaft bei den Spielen nach der WM nur selten durchsetzen. Ein Höhepunkt war aber der torreiche 7:5 Erfolg über die zweite Garnitur der Franzosen am 9. Oktober 1955, also 14 Tage vor der Volksabstimmung. 25.000 Zuschauer wohnten diesem Ereignis im Saarbrücker Ludwigsparkstadion bei.

 

In den 19 Spielen der saarländischen Fußball-Nationalmannschaft wurden insgesamt 42 Spieler eingesetzt. Die meisten Spiele (18) absolvierte Waldemar Philippi vom 1. FC Saarbrücken; nur gegen Uruguay war er nicht dabei (vielleicht deshalb die hohe Niederlage?). Er galt Anfang der fünziger Jahre als bester deutscher Abwehrspieler. Die meisten Tore schossen Herbert Binkert und Herbert Martin, beide vom 1. FC Saarbrücken. Sie trafen je sechsmal; Binkert absolvierte 12 Spiele, Martin 17. Erich Leibenguth von Borussia Neunkirchen traf in fünf Spielen fünfmal. (Siehe auch die Liste ganz unten!)

 

Die letzten beiden Torschützen der Saarauswahl waren Heinz Vollmar vom SV 1945 St. Ingbert und Karl Ringel von Borussia Neunkirchen. Sie schossen die beiden Gegentore bei der 2:3 - Niederlage am 6. Juni 1956 gegen Holland in Amsterdam. Das Foto rechts zeigt Ringel, wie er in diesem Spiel das letzte Tor einer saarländischen Fußball-Nationalmannschaft schießt.

(Foto: Sammlung Michael Mühlen).

 

 

Foto links: Manchmal wurde der Ball sogar von einem Flugzeug aus ins Spielfeld eingeworfen, so wie hier bei dem Länderspiel Saarland gegen Uruguay am 5. Juni 1954 im Ludwigspark. Der Pilot Paul Wittrin steuerte die 75-PS-Piper SL-AAK mit der Karlsberg-Werbung.

(Mehr über das Spiel: weiter oberhalb; saarländische Flugzeuge finden Sie auf der Seite Flugverkehr.)

 

Foto: Landesarchiv Saarbrücken, Licht-4.

 

 

Bild unten: Der TINTENFISCH brachte seine eigene Interpretation zum Balleinwurf von einem Flugzeug aus. Die Spieler werfen sich aus Angst zu Boden, der Trainer tadelt: "Ihr Feiglinge, ihr tut ja gerade so, als wärs ein Kasten Bier, was er runterschmeisst!!" Die Karikatur von Bob Strauch erschien anlässlich des Spiels der Schweiz gegen die saarländische Nationalmannschaft am 22. November 1950.

Kurz vor der Angliederung des Saarlandes an die BRD wurde der Saarländische Fußballbund SFB am 28. Juli 1956 wieder als Landesverband in den Deutschen Fußballbund (DFB) aufgenommen. Seitdem trägt er (bis heute) den Namen "Saarländischer Fußball-Verband" (SFV). Helmut Schön wurde Assistent des deutschen Nationaltrainers Sepp Herberger und später sein Nachfolger. Hermann Neuberger bekleidete später das Amt des DFB-Präsidenten.

(Foto: Mario Blaumeiser)

 

 

__________________________________

 

 

 

Die B-Auswahl der Nationalmannschaft

 

 

Es ist wenig bekannt, dass die saarländische Nationalmannschaft auch eine B-Auswahl hatte. Sie spielte am 1. Mai 1955 (zeitgleich mit dem Spiel der A-Mannschaft in Lissabon) als Saarland B gegen Holland B im Neunkircher Ellenfeldstadion und gewann bei 4500 Besuchern mit 4:2. Diese Partie scheint das einzige Länderspiel der B- Auswahl gewesen zu sein.

 

(Mitteilung von Michael Mühlen, Trier)


 

 

Alle Spieler der Saar-Nationalmannschaft (sortiert nach der Häufigkeit ihrer Einsätze)

 

Ausführlichere Aufstellung dazu: siehe hier!

 

Nr.

Name

V *)

Einsätze

Tore

 

Nr.

Name

V

Einsätze

Tore

 

Nr.

Name

V

Einsätze

Tore

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1

Waldemar Philippi

A

18

0

 

15

Karl Schirra

B, A

6

0

 

29

Herman Monter

C

2

0

2

Herbert Martin

A

17

6

 

16

Gerd Lauck

B

5

0

 

30

Karl Ringel

B

2

3

3

Gerhard Siedl

B, A

16

4

 

17

Erich Leibenguth

B

5

5

 

31

Günter Herrmann

D

2

0

4

Erwin Strempel

A, B

14

0

 

18

Peter Krieger

A

4

1

 

32

Dieter Honnecker

C

2

0

5

Herbert Binkert

A

12

6

 

19

Willi Sippel

B

4

0

 

33

Vladislav Jirasek

B

1

 

6

Theodor Puff

A

12

0

 

20

Heinz Vollmar

F

4

4

 

34

Horst Klauck

A

1

 

7

Nikolaus Biewer

A

11

0

 

21

Horst Borcherding

C

3

0

 

35

Karl-Heinz Kunkel

E

1

 

8

Kurt Clemens

**)

10

0

 

22

Werner Emser

B

3

1

 

36

Hans Neuerburg

D

1

 

9

Albert Keck

A

10

0

 

23

Ewald Follmann

B

3

1

 

37

Robert Niederkirchner

C

1

1

10

Peter Momber

A

10

1

 

24

Franz Immig

A

3

0

 

38

Werner Prauss

H

1

 

11

Karl Berg

A

9

1

 

25

Heinz Schussig

C

3

0

 

39

Walter Riedschy

C

1

 

12

Fritz Altmeyer

C

6

3

 

26

Hans Bild

B

2

0

 

40

Heinrich Schmidt

A

1

 

13

Jakob Balzert

A

6

0

 

27

Manfred Ebert

A

2

0

 

41

Erwin Wilhelm

B

1

 

14

Werner Otto

A

6

1

 

28

Helmut Fottner

C

2

0

 

42

Ernst Zägel

A

1

 

 

**) Kurt Clemens spielte zunächst beim 1. FCS, dann beim FC Nancy und schließlich bei Saar 05

 

 *) Spalte V (Vereinszugehörigkeit): A = 1. FC Saarbrücken  B = Borussia Neunkirchen  C = Saar 05 Saarbrücken  D = Sportfreunde 05 Sbr.

                                                    E = ASC Dudweiler        F = SV St. Ingbert 1945     G = FC Ensdorf                H = SC Herrensohr

 

Der Inhalt dieser Tabelle wurde zusammengestellt von Michael Mühlen (muehlen.trier@freenet.de) für die Rec. Sport. Soccer Statistics Foundation. Die Original-Tabelle in englischer Sprache und mit zusätzlicher Angabe des jeweils ersten und letzten Einsatzes der einzelnen Spieler ist zu finden auf der Website http://www.rsssf.com/miscellaneous/saar-recintlp.html

 

Noch ausführlicher und in deutscher Sprache finden sie eine ähnliche Aufstellung jetzt auf unserer neuen

Seite Fußballnationalmannschaft 2 > Die 44 Nationalspieler des SFB (mit ihren Geburts- und Todesdaten)

 


 

 

Vielen Dank an Stefan Haas für einige Recherchen und Textteile zu dieser Seite.

 

 

Quellen, Literaturangaben und Links:

 

- Dieter Gräbner und Ferdi Hartung. Foto: Hartung. Das Beste aus 50 Jahren Sportfotografie. Saarbrücken, 2007.

- Saarländischer Fußballverband (Hrsg.): Saarfußball 5 Jahre in der FIFA. Festschrift. Saarbrücken, ca. 1955. Reproduktion: Merzig, 1981.

 

- Pierre Lafranchi. Der saarländische Fußball von 1947 bis 1952 - Gegenspieler der Diplomatie. In: Von der `Stunde 0´ zum `Tag X,

  das Saarland 1945-59. Katalog zur Ausstellung des Regionalgeschichtlichen Museums im Saarbrücker Schloss. Saarbrücken 1990. S. 121

 

- Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Saarländische_Fußballnationalmannschaft

 

- Der Westen. Christine Eisenbeis: Größter Fußball-Festtag an der Saar.

  http://www.derwesten.de/sport/sportgeschichte/Groesster-Fussball-Festtag-an-der-Saar-id1641030.html

 

- Deutscher Fußball-Bund (DFB). DFB-Archiv. Das Objekt des Monats Juli 2009: http://www.dfb.de/index.php?id=508786

 

- Saarkicker (Zeitschrift) - verschiedene Ausgaben

 

- RSSSF-Archiv: Alle 19 Spiele der Saar-Nationalmannschaft mit Spielorten, Mannschaftsaufstellungen (einschl. Auswechslungen) und

  Torschützen finden sich im RSSSF-Archiv, Abteilung Saarland, unter http://www.rsssf.com/tabless/saar-intres.html (s. auch die Angaben

  unter obiger Tabelle).

 


 

 > Zur Seite 2 der Fußballnationalmannschaft:  Die 44 Nationalspieler des SFB (mit ihren Geburts- und Todesdaten)

 


Diese Seite wurde erstellt am 30.10.2008, zuletzt bearbeitet am 8.4.2017

                     

 

 

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